Die Aufgabe des Patienten und des Psychoanalytikers

Die Aufgabe des Patienten ist es, seine Gedanken und Gefühle frei zu äußern (freie Assoziation), d.h. ohne diese zu zensieren, sie wegen scheinbarer Bedeutungslosigkeit und Peinlichkeit zu unterdrücken. Die Aufgabe des Psychoanalytikers ist es, zuzuhören, seine Gedanken und Gefühle, die in ihm wachgerufen werden, zu reflektieren und auf diese Weise die freien Assoziationen des Patienten zu verstehen und dies dem Patienten mittels Deutungen mitzuteilen. Die Arbeit des Analytikers besteht darin, sowohl das Setting wie auch seine eigene psychische Einstellung der freischwebenden Aufmerksamkeit und seine Kompetenz zur Formulierung von Deutungen während der gesamten Dauer der Analyse aufrechtzuerhalten.

Deutungen sind der Versuch, Bedeutungen zu formulieren; sie stellen das Ergebnis einer schwierigen „Übersetzungsarbeit“ dar: unbewusste Mitteilungen werden bewusst gemacht.