Ziele einer Behandlung

Ganz allgemein besteht das Ziel einer aufdeckenden Behandlung darin, über das Bewusst-machen unbewusster seelischer Vorgänge den Patienten zu befähigen, mit seinen Problemen und Schwierigkeiten besser umzugehen. Er soll in die Lage versetzt werden, sich selber, d.h. seelische und körperliche Vorgänge und deren Zusammenwirken immer besser und zuverlässiger kennen zu lernen. Dadurch wird er lernen, Konflikte – sowohl innerseelische als auch solche mit seinen Mitmenschen und mit der Realität – angemessener und gesünder zu lösen. Das bedeutet aber auch, dass jeder Patient – und für viele ist das ungewohnt – selbständig herausfinden und entscheiden muss, warum welche Lösungen für ihn angemessen sind.

In einer aufdeckenden Psychotherapie entstehen in der Regel viele Ideen über neue Lösungen, aber diese werden nicht im Sinne von Rezepten oder Ratschlägen vom Psychotherapeuten/Psychoanalytiker angeboten, sondern müssen vom Patienten selbst erarbeitet werden. Das Ziel ist einer Behandlung ist nicht, ein konfliktfreies Leben zu führen - das gäbe es - wenn überhaupt - nur zum Preis der Aufgabe von Lebendigkeit und Selbständigkeit.

Es gibt sehr unterschiedliche – bewusste und unbewusste – Gründe für Patienten, in einer psychotherapeutischen Arbeit nicht so viel (wie oben beschrieben) zu wollen, sondern sich bzgl. der Ziele zu beschränken. Da die psychoanalytische, d.h. aufdeckende psychotherapeutische Arbeit fordernd, bewegend und mit vielen Hoffnungen verbunden ist, geht sie meist auch mit Angst vor dem Unbekannten und /oder vor einer Veränderung einher.